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Der Herbst

31 Dez

Nach Hawaii blieben mir noch zwei Wochen bis zu meinem ersten Arbeitstag als Angestellte. Ich hatte mir vorgenommen die Namensänderung zu beantragen, aber es war noch einiges zu tun in Sachen Selbstständigkeit aufhören. Und es war mal wieder Oktoberfest. Na logisch im Dirndl. Und auch nur im Dirndl. Und es war nichts besonderes mehr, im Sinne von Normalität. Ein Traum verglichen zu nur wenigen Jahren zuvor.

Auch noch während der Wiesn war dann mein erster Arbeitstag. Und zufälligerweise war der dann auch der Firmenausflug auf selbige. Die wenigsten hatten mich bisher wirklich sehr feminin angezogen gesehen, deswegen wollte ich es langsam angehen. Die Lösung war ein Trachtentop zur Lederhosn. Vielleicht nicht klassisch bayerisch, aber für den Zweck perfekt.

Die Tage zuvor war ich etwas nervös. Unnötig nervös, wie auch selbst dabei bemerkte. Aber irgendwie konnte ich es nicht vermeiden. Schließlich fängt nun mein neues Leben an. Vorbei mit dem letzten Bisschen Vorspielerei. 100% ich. So toll wie es klang, so nervös war ich auch. Irgendwie war es der finale Startschuss für ein neues Leben. Oder besser gesagt für mein 2. Leben. Aufregung die mich nachts nicht hatte schlafen lassen. Aufregung die aber nichts mit Angst zu tun hatte. Es war Freude und das Realisieren welch unfassbares ich doch die letzten Jahre geschafft habe.

Die Namensänderung hab ich dann aber doch noch nicht geschafft abzuschicken. Irgendwie hatte ich die Komplexität des Ganzen vergessen bzw. einfach unterschätzt. 2 Gutachten, ein Lebenslauf und und und.. Das hatte mich erstmal blockiert. Kombiniert mit der Aufregung und manch anderen Stress in der erweiterten Familie haben meinen Fokus abgelenkt. Für den Lebenslauf schreiben wollte ich mir nämlich Zeit lassen und ihn Ruhe schreiben. Also wenn ich mal Zeit und Ruhe haben sollte. Kann doch nicht so schwer mal etwas Zeit und Ruhe zu haben?

Nun ja, es sollte Wochen dauern. Einige Wochen. Dazwischen war einiges los. Arbeit, Familie, Freunde, Kurzreisen… Alles hatte mich davon abgehalten. Und so verging der Herbst auch rasend schnell. Ehe ich mich umgesehen hatte war es Ende November. Dann war er endlich da, der Moment mit Zeit und Ruhe. Lebenslauf geschrieben und ein paar Tage später abgesendet.

Fertig? Nö. Nur eine Woche später kam Post. Erstmal muss ich Geld vorbezahlen, Aufenthaltsbescheinigung im Amt besorgen usw. Alles nicht so schnell besorgbar. Und das im Weihnachtsstress. Abschicken muss warten, denn Weihnachten hatte so ihre eigene Tücken…

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