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Die Namensänderung geht voran

9 Apr

Zwei Gutachten müssen ja gemacht werden. Beim Ersten bin ich mit den Terminen zum Glück schon durch. Für das zweite muss noch mal ein Termin her. Aber damit sollte hoffentlich alles passen.

Das erste Gutachten hat meine langjährige Therapeutin gemacht. War echt nett sie nach doch fast 2 Jahren wieder zu sehen. Und nett war auch die Reaktion auf mich. Sie lässt sich immer noch positiv überraschen.

Lang hatte es beim zweiten Gutachter dann auch nicht gedacht. Schon beim ersten Termin war es fast ein bisschen witzig. Er schaute in den Warteraum und fand wohl niemanden mit den er gerechnet hätte. Als ich meinen Namen hörte und aufgestanden bin, war er fast ein bisschen verduzt. So sehr dass er mir noch bevor wir im Sprechzimmer war ein Kompliment machte.

Es kann halt auch gut gehen. Mit dem Namen bisher zumindest klappt es soweit. Bin mal gespannt wie lange es dauert nachdem die Gutachten fertig sind. Ich kann es kaum erwarten endlich alles mit meinem Namen zu haben. Und nicht mehr erklären zu müssen „dass das wirklich ich bin“. Früher wär ich gestorben, inzwischen krieg ich es hin, aber mein Leben bei jeder dritten Supermarktkasse zu offenbaren macht trotzdem keinen Spass.

Achja, und wie es aussieht kann ich meinen neuen Namen gleich benutzen um eine neue Wohnung zu finden. Es ist langsam klar dass das Gebäude in dem ich wohne abgerissen wird. Letztendlich nur eine Frage von wann es passiert und wann ich rausmuss. Auch wenn es noch mindestens ein halbes Jahr dauert, ist es so schon extrem bedrückend.

 

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Den Film würde ich gern sehen

10 Jan
Kurzmitteilung

Ich bin noch da

28 Dez

Ich bin noch da. Und das mit der Normalität ist nicht so einfach, dazu aber demnächst mehr.

Glück und wie es sich zeigt

31 Mai

Immer öfter sitze ich nur mit einem breiten Grinsen da. Nicht im jeden Moment nach aussen sichtbar, aber es ist da. Es passiert meistens in diesen Momenten an denen ich fühle dass ich angekommen bin. Angekommen in meinem Leben. In Momenten in denen ich nichts mehr vorspielen muss und ich einfach nur ich bin. Momente die vor nicht allzulanger Zeit so nicht vorstellbar waren. Es passiert dann wenn ich mich mit meinen Freunden im Biergarten treffen und einfach alles normal ist. Die Tatsache dass ich noch vor ein paar Monaten, oder letztes Jahr selbiges nur in meiner „männlichen Verkleidung“ getan hätte. Jetzt spielt es keine Rolle mehr. Und selbst für die die mich das erste mal sehen (es aber wussten) nicht mal eine Bemerkung nötig ist. Dann sitze ich einfach nur da und haben mindestens innerlich ein dickes, breites Grinsen.

Ich habe mich selbst noch nicht ganz daran gewöhnt. Aber an schöne Dinge gewöhnen macht man ja gerne. Und wenn dann meine Freunde über mich als Schwester meines Bruders reden, sie mich als ihre Freundin vorstellen. Dann bin ich doch manchmal noch etwas überrascht. Überrascht und überglücklich. Und das Grinsen lässt sich dann kaum noch verbergen. Wenn auch meine Eltern sich langsam daran gewöhnen und meinen neuen Namen benutzen. Selbst wenn nicht alles richtig ist, jeder kleine Schritt ist wunderschön.

Wie viele mache ich mir viel zu viele Gedanken. Also wirklich vieeeeel zu viele. Was ich mir nicht alles gedacht habe bevor ich einen Schritt gewagt hatte. Es schien oft so wahnsinnig schwierig im vorhinein, und im nachhinein dann doch so einfach. Ein gutes Beispiel von gerade eben. In den ganzen letzten 4 Jahren in denen ich in dieser Wohnung lebe, hatte ich mit keinem meiner Nachbarn darüber gesprochen. Im Treppenhaus ist selten was los, und so bin ich immer.. (4 Jahre -> Immer) Aus dem Haus gekommen und das ich jemanden getroffen habe. Dementsprechend auch nie eine Situation aus der heraus man was hätte erklären können. Das ist ja schön und gut, aber hat letztendlich auch dazu geführt dass ich mich auf diesen ersten und letzten Meter immer unsicher gefühlt habe. Ich wollte ja keine spontanen Erklärungen machen. Egal ob man nun glaubt das sei notwendig oder nicht. Ich würde es tun wollen. Nun ja, und nachdem ich es mir nun schon länger vorgenommen hatte, habe ich eben mit meinem Hausmeister gesprochen. Etwas älter und stammt von weiter weg. Er ist immer sehr nett und dennoch wusste ich nie wie er wohl reagieren würde.. Nja, ganz einfach: „Das ist kein Problem. Jeder ist wie er ist. Das brauchst du mir nicht zu erzählen.“, und schon war die Sache abgehakt. 🙂

Also weniger Sorgen machen und den Menschen schon früher die Chance geben mich kennenzulernen. Hmm.. wobei, viele gibt es nicht mehr denen ich was vorspielen muss. Zielgerade und eben fast schon angekommen.

Danke.

Über Weihnachten

18 Jan

Vor ein paar Wochen war ja Weihnachten. Seit dem bin ich leider nicht wirklich zum Schreiben gekommen, aber da gibt es etwas nachzuholen…

Weihnachten war die letzten Jahre für mich immer eine recht emotionale Zeit. Und zwar ganz auf mich selbst bezogen. Schließlich hatte ja vor 4 Jahren alles kurz vor Weihnachten angefangen. Dadurch hatte ich mich schon in den ersten Tagen damit beschäftigt wie das alles mal funktionieren soll. Genau gesagt konnte ich mir damals in keinster Weise vorstellen was später kommen sollte. Nicht was mit mir ist, und nicht wie Weihnachten 2013 aussehen wird. 4 Jahre vorher war alles noch so unvorstellbar, das Einzige was ich bis dahin kannte war die Verdrängung. Alles wegdrängen, tief in mir verstecken. Am besten so tief dass ich es selbst für ein paar Wochen oder Monate vergesse. Und das immer und immer wieder, solange es sein sollte.

Aber das hatte sich ja plötzlich geändert, und so saß ich da am Weihnachtstisch, neben dem Weihnachtsbaum, hab Geschenke ausgepackt und konnte doch an nichts anderes denken als was kommen wird. Die Jahre darauf stellte sich die Frage ob ich jemals ich selbst sein werde? Auch an Weihnachten, auch in der Familie? Und selbst nachdem Bruder, Mutter und Vater es soweit gut aufgenommen hatten, schien es doch unmöglich und unvorstellbar. Ein ferner Traum der mehr wie eine Fata Morgana am Horizont lag aber nie erreicht werden könnte.

Dieses Jahr (also 2013) geschah allerdings etwas besonderes. Nicht nur dass das ganze Jahr so unvorstellbar gut war und der Herbst überwältigend, sondern auch diese Weihnachtstage mit der Familie. Am 24. Dezember sind wir immer alle zusammen, und ich hatte mir fest vorgenommen meine Tante & Onkel einzuweihen. Ich seh sie nicht oft, eigentlich hauptsächlich an Weihnachten und war mir nicht sicher wie sie reagieren werden. Und nicht nur ich war gespannt, alle die es bereits wussten, wussten auch was ich dieses Jahr vor habe. Eine gewisse Spannung lag also in der Luft. Nicht negativ, nur die kleine Aufregung über das ungewisse was passieren wird. Nachdem Oma und Opa wieder zu Hause waren, waren wir nun unter uns. Mum, Dad, Bruder, Cousin und die beiden. Der Zeitpunkt war gekommen, endlich keine Geheimnisse mehr in der Familie zu haben. (Warum Opa & Oma eine Ausnahme sind, hab ich glaub ich schon mal erklärt)

Zuerst hab ich mich zu meiner Tante in der Küche gesetzt. Sie ist die einzige die raucht und geht daher öfters mal für ein paar Minuten oder länger alleine dahin. (Dunstabzug um den Rauch wegzusaugen). Da hab ich mich neben ihr gesetzt und meine besten Outing-Künste zusammengenommen um ihr zu erzählen was mit mir so vorgeht. Die Reaktion? Hey, perfekt und ein First. Sie meinte sie hätte sich schon länger so was gedacht, und auch schon mit meinem Onkel mal darüber gesprochen. Und das es natürlich kein Problem sei, ganz im Gegenteil. Irgendwann im Gespräch kam meine Mum dazu und wir sprachen zu dritt darüber. Auch das es nicht immer leicht ist. Das wunderschönste dabei war ein Satz der in etwa so ging: „Da haben wir doch noch ein Mädel unter uns.“. Und beide stimmten sich zu dass das etwas wunderschönes ist. Ich für meinen Teil war vor Glück den Tränen nahe und bin’s auch jetzt wenn ich darüber nachdenke.

Etwas später haben alle zusammen geholfen meinen sehr gesprächigen – und daher oft und lang in Gesprächen festsitzenden – Onkel für einen Moment mit mir alleine zu lassen. Auch das war rührend wie alle versucht haben mir zu helfen. (Best Family ever!). Nun ja, das Gespräch selbst ging dann relativ einfach von den Lippen. Schließlich wusste ich ja inzwischen das er mit meiner Tante schon mal darüber gesprochen hatte. Auch hier dementsprechend keine Probleme und für ihn typisch haben wir dann über die Herausforderungen die es mit sich bringt gesprochen. Das es nicht einfach ist, was man alles tun kann/muss/will und das ich immer auf sie zählen kann 🙂

Zu Ende ging der Abend/Nacht dann damit das ich mit meiner Mum bis in der Früh um 6 Uhr da saß, Wein getrunken wurde und wir über alles mögliche gesprochen haben. Unter anderem auch dass das ja alles nicht so schlimm ist. Und andere Dinge die im ersten Moment banaler schienen, tatsächlich doch größere Probleme wären. Wir kamen auch so weit dass sie überlegen es in ihrem Freundeskreis zu erzählen. Etwas das vor ein paar Monaten noch wie ein No-Go für sie schien.

Am nächsten Morgen, dem 1. Feiertag hab ich dann auch gleich vorsichtig etwas mehr von mir gezeigt. Statt Pulli + Jeans hatte ich ein Wollkleid, Strumpfhosen und Stulpen an. Nichts aufregendes aber ein wunderschönes Gefühl. Ich konnte das erste mal in diesen 4 Jahren am weihnachtlichen Frühstückstisch sitzen und einfach nur ich selbst sein. Keine Gedanken und Überlegungen wie es sein könnte, sondern tatsächlich leben wie es ist. Mein Leben mit meiner Familie leben. Nichts verstecken. Nichts verheimlichen. Nichts befürchten. Frei von all diesen Sorgen und wissen das egal was wo und wie auch immer passieren würde, ich die beste Familie habe die ich mir nur vorstellen könnte ❤

 

Kurzmitteilung

4 Jahre

22 Dez

Jetzt, genau jetzt sind es 4 Jahre. Vier Jahre in denen sich alles geändert hat. Und noch nie war ich so glücklich wie jetzt 🙂 Den Rest schaff ich auch noch! 🙂

Vielleicht so etwas wie ein Buch

25 Okt

Ich hatte ja schon vor längerem mal den Gedanken ein Buch zu schreiben. Damals war es gedacht mir beim Outing in der Familie zu helfen, aber letztendlich ging dass ja dann doch auch anders 😉 Ich würde nachträglich auch sagen dass ein persönliches Gespräch in ruhiger und passender Atmosphäre zu einem Zeitpunkt an dem es sich gut anfühlt definitiv der bessere Weg ist. Nichts desto trotz überlege ich wieder so etwas wie ein Buch zu schreiben.

„So etwas“? Nun ja, ich hab vor es online zu schreiben, ein bisschen wie ein Blog, aber irgendwie auch anders. Inspiriert bin ich da von den Webcomics die ich immer noch regelmäßig lese. Sie sind eine immer fortlaufende Geschichte. Jede Woche 1 oder 2 Panels, je nach Comic. Jede Woche kommt ein Stück dazu. Und genau so würde ich mir das mit dem Buch vorstellen. Ich schreibe jede Woche ein bisschen weiter und es erscheint dann regelmäßig eine neue Seite bzw. Abschnitt. So kann man langsam mitverfolgen wie sich das ganze entwickelt.

Im Unterschied zum Blog würde ich nicht über das schreiben was gerade passiert, sondern eher wie es dazu kam dass ich bin wo ich jetzt bin. Das meine Kindheit ganz normal und wenig „auffällig“ war. Einfach zeigen dass es ganz normal ist. Daher würde ich auch nicht sofort verraten das es irgendwie auch um Trans* geht. Sondern die Leser auf dem selben Wissenstand lassen den ich selbst zu diesem Zeitpunkt hatte. Was in etwa bedeutet über 27 Jahre zu schreiben ohne es zu erwähnen. Vielmehr die Verwirrung und Suche nach dem Selbst darzustellen. Etwas Verzweiflung, die Flucht in das vorgegebene Bild und das ganz normale Leben. Denn es war ja nicht so dass ich jeden Tag meines Lebens mit der Frage gekämpft hatte. Es sollt ehrlich sein, so wie es mir wirklich ergangen ist.

Wie real ich es halte oder ob es doch anhand eines fiktiven Charakters besser ist muss ich mir noch überlegen. Die ersten Abschnitte hab ich dabei schon grob im Kopf. Nja, mal sehen ob es diesmal mehr wird als beim letzten mal. Ich halt euch auf dem laufenden sollte sich das was tun. Aber dann bitte nicht verraten um was in dem Buch eigentlich geht 🙂

eure Amelie